Venenchirurgie in der Havelklinik - Ausgezeichnete Qualität

Unser Zentrum für Venenchirurgie wurde im Jahr 2015 durch die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und den Berufsverband der Phlebologen mit dem Gütesiegel „Venen Kompetenz-Zentrum“ ausgezeichnet. Nach jährlicher Überwachung freuen wir uns, auch im Jahr 2018 wieder erfolgreich rezertifiziert worden zu sein. Wir sind zudem stolz, diese Auszeichnung als einziges Krankenhaus in Berlin zu tragen.

Krampfadern

Krampfadern entstehen im oberflächlichen Venensystem. Als Hauptursache gilt eine Bindegewebsschwäche, die zu einem Verlust der Klappenfunktion und damit zu den tastbaren bläulich schimmernden Adern führt. Zu wenig Sport, ungesunde Ernährung und Hormone tragen häufig zur Erkrankung bei. Unbehandelt können schwere Entzündungen, sogar ein offenes Bein die Folge sein.

Sind die Venenklappen in einer oder der beiden Stammvenen defekt (Stammvarikosis) ist das Ziel der Therapie diese Abschnitte zu entfernen oder zu verschließen. Die intakten Venen übernehmen im Anschluss den Bluttransport wieder problemlos. Zum einen geht das operativ, durch einen kleinen Schnitt in der Leiste oder Kniekehle. Hier wird unter örtlicher Betäubung die Stammvene gezogen, was kosmetisch und medizinisch zu sehr guten Ergebnissen führt. Danach getragene Kompressionsstrümpfe vervollständigen die Behandlung.

Zum anderen bieten moderne Verfahren mittels Radiofrequenzen (RFITT) einen dauerhaften Verschluss der defekten Vene.

Eine andere Erscheinungsform der Krampfadern zieht sich meist netzförmig scheinend durch die Haut (Retikuläre Varizen), Venenerweiterungen ohne Krankheitswert sind dafür meist die Ursache. Folge sind in der Regel kosmetische Beeinträchtigungen, denen man unter örtlicher Betäubung mit einem „Häkelnadel“ genannten chirurgischen Instrument begegnet.  Besenreiser oder kleinere verbreitete Krampfadern werden verödet.

Die Gefahr von wiederkehrenden Venenleiden (Rezidivvarikosis) liegt fünf Jahre nach einem Eingriff bei ca. 8 Prozent. Eine weitere Operation ist dafür die sinnvollste Therapie, ist jedoch erheblich komplexer. Vernarbungen stellen den Operateur vor besondere Herausforderungen, weshalb eine Vollnarkose oftmals notwendig ist.

Alle Erkrankungsgrade von Krampfadern werden in unserem hochspezifizierten und erfahrenen Zentrum behandelt, wobei die behutsame Pflege und Fürsorge jedes einzelnen Patienten im Mittelpunkt steht.

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Dr. med. Michael Knop

Chefarzt Zentrum für Venenchirurgie

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dr. Katharina Godolias

Oberärztin Zentrum für Venenchirurgie

 

Häufig gestellte Fragen

An dieser Stelle beantworten wir die Fragen, die von unseren Patienten zum Thema Krampfadern / deren Therapie am häufigsten gestellt werden. Wenn Sie eine Frage haben, die hier nicht beantwortet wird – oder Sie ein Thema gern ausführlicher erläutert haben möchten – dann rufen Sie uns einfach an unter Tel: 030/ 36206-370.

Woran erkennt man ein Venenleiden?

Man erkennt es an verdickten, hervortretenden Krampfadern sowie an geschwollenen und sich schwer anfühlenden Beinen. Oftmals zeigen sich die Symptome an einem Bein stärker als an dem anderen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Ein Arztbesuch ist bei hervortretenden Krampfadern, geschwollenen Beinen, Hautentzündungen im Bereich des Unterschenkels sowie schlechter Wundheilung in diesem Bereich nötig. Bitte sprechen Sie Ihren uns zu dem Thema an und wir erläutern Ihnen

Wodurch entstehen Krampfadern?

Da bei der Entstehung von Krampfadern die Veranlagung eine große Rolle spielt, hat man selbst nur einen geringen Einfluss darauf. Wenig Bewegung, ein schwaches Bindegewebe, Schwangerschaften, stehende Tätigkeiten sowie starkes Übergewicht begünstigen die Entstehung jedoch.

Wo bleibt nach der Krampfader-Behandlung das Blut? Sucht es sich jetzt andere Wege?

Wenn die oberflächlichen Venen zu Krampfadern verändert sind, haben sie überhaupt keine Transportfunktion mehr. Durch das in ihnen nach unten sackende Blut werden die tiefen Venen sogar noch überlastet, da sie dieses zusätzlich zurücktransportieren müssen – also quasi 110% der gesamten Blutmenge. Nach der Krampfader-OP sind die tiefen Venen problemlos in der Lage, „nur“ das gesamte Blut aus dem Bein zum Herzen zurückzubefördern. Neue Wege brauchen sich nicht zu bilden.

Was ist wenn die tiefen Venen auch kaputt sind?

Die tiefen Venen sind eigentlich nur kaputt, wenn man mal eine tiefe Beinvenenthrombose (Bildung eines Blutgerinnsels in einer tief gelegenen Bein- oder Beckenvene, welche das Gefäß teilweise oder vollständig verschließen kann) gehabt hat. Dies wird vor der Behandlung mit genauen Ultraschalluntersuchungen ausgeschlossen.

Was ist, wenn ich mal einen Bypass brauche?

Einen Bypass kann man neben den Beinvenen auch aus 2 Arterien machen, die sich im Brustkorb befinden. Weiterhin belassen wir soweit möglich das untere Stück der Stammvene, damit man dieses noch für einen eventuellen Bypass verwenden kann.

Fallen die Pflaster nach der Behandlung von selbst ab? Müssen Fäden gezogen werden?

Wir verwenden Nahtmaterial, das sich von alleine auflöst. Das Entfernen von Fäden ist demnach nicht erforderlich. Die verwendeten Klammerpflaster können und sollen Sie selber nach 8 Tagen beim Duschen abziehen.

Wie lange nach der Behandlung darf ich keinen Sport treiben? Wann darf ich wieder in die Sauna oder ins Schwimmbad?

Sie dürfen nach der Krampfader-Operation alles machen, was das tägliche Leben von Ihnen verlangt. Joggen und Fahrradfahren geht meist nach ca. 2 Wochen wieder, Kraftsportarten nach 4 - 6 Wochen. Schwimmen dürfen Sie nach 2 Wochen – auch im Warmbad. Mit dem Saunabesuch sollten Sie mindestens 8 Wochen im Anschluss an die Behandlung warten.

Wann darf ich nach der Operation wieder sexuell aktiv sein?

Eine Einschränkung der sexuellen Aktivität ist nach dem Eingriff nur dann erforderlich, solange bei Ihnen noch Schmerzen bestehen.

Wann kann ich wieder arbeiten?

Das hängt von Ihrem Beruf ab. Meist geht es bei nicht schweren körperlichen Tätigkeiten nach ca. 1 Woche wieder. Bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten oder Berufen, bei denen man den ganzen Tag steht, dauert es meist 2 Wochen.

Wann darf ich wieder schwer heben?

Sie sollten sich die ersten 14 Tage nach der Behandlung zurückhalten. Es ist jedoch nicht wie bei der OP eines Leistenbruchs, dass die Naht wieder platzen kann.

Kann man Krampfadern auch im Sommer operieren?

Uneingeschränkt ja! Es gibt nach wie vor bei Patienten und einweisenden Ärzten Vorbehalte gegen die Krampfader-Operation im Sommer. Jedoch gibt es weder aus medizinischer noch aus ästehtisch-kosmetischer Sicht Gründe, die gegen das Entfernen von Krampfadern im Sommer sprechen. Die Abheilungsphase ist kurz - schon nach wenigen Wochen kann wieder gebadet werden, und auch Sonnenlicht schadet nicht. Und in jedem Fall ist das Ergebnis ästhetisch ansprechender als der Zustand vor dem Eingriff.

Kommen Krampfadern wieder?

Eine Operation ist keine Garantie für ein Leben ohne Krampfadern. Sie haben jedoch gute Chancen, dauerhaft keine neue Krampfader zu bekommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich aus einer operierten Leiste wieder Krampfadern bilden liegt bei unter 10%.

Wie kann man Krampfadern vorbeugen?

Da bei der Entstehung von Krampfadern die Veranlagung eine große Rolle spielt, hat man selbst nur einen geringen Einfluss darauf. Man sollte sich ausreichend bewegen und Übergewicht vermeiden. Das Tragen von Kompressionsstrümpfen verhindert jedoch nicht die Entstehung von Krampfadern, sondern gehört zu deren Therapie.

Warum hilft Bewegung bei Krampfadern?

Regelmäßiges Bewegen stärkt die Beinmuskeln, was zu einem stärkeren Zusammenpressen der Venen führ und den Transport des Blutes in Herzrichtung begünstigt. Durch Sport wird einerseits Ablagerungen in den Gefäßen vorgebeugt und andererseits wird die Neubildung und Kräftigung kleinerer Arterien angeregt.

Reichen Kompressionskniestrümpfe aus?

80% der Wirkung eines Kompressionsstrumpfes entfaltet sich am Unterschenkel. Die Kompression des Oberschenkels bringt nur ca. 20% mehr. Es ist für den Erfolg der Kompressionstherapie nicht notwendig, die Krampfadern an sich zu komprimieren. Aus diesen Gründen ist ein Kompressionskniestrumpf ausreichend. Natürlich kann auf Wunsch des Patienten oder bei Rockträgerinnen auch ein Oberschenkelstrumpf getragen werden.

Wie lange wirkt die Betäubung?

Die Betäubung hält je nach verwendetem örtlichem Betäubungsmittel ca. 2-6 Stunden an. Dieses reicht für den operativen Eingriff sicher aus. Nach der Operation ist der postoperative Schmerz durch die anhaltende Wirkung des Betäubungsmittels noch ausgeschaltet. Setzt dieser ein, stehen Schmerzmittel in verschiedenen Stärken zu Verfügung. Sie dürfen und sollen nach dem Eingriff beim ersten Auftreten von Schmerzen Schmerzmittel anfordern.