Behandlung von schwarzem Hautkrebs
Was ist das Maligne Melanom?
Das maligne Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt, ist ein bösartiger Hauttumor, der aus den pigmentbildenden Zellen der Haut entsteht. In der Havelklinik werden Patientinnen und Patienten mit malignem Melanom im Zentrum für Dermatochirurgie operativ behandelt. Die Therapie richtet sich nach dem individuellen Befund und insbesondere nach dem Tumorstadium.
Melanombehandlung in der Havelklinik
Das maligne Melanom kann sich sowohl aus bereits bestehenden Muttermalen als auch auf bislang unauffälliger Haut entwickeln. Ein bedeutender Risikofaktor ist die UV-Strahlung durch Sonne und Solarien. Auch häufige Sonnenbrände, insbesondere in der Kindheit, ein sehr heller Hauttyp, zahlreiche Muttermale oder Melanome bei Familienangehörigen können das individuelle Risiko erhöhen.
Wird ein verdächtiger Hautbefund festgestellt, sollte dieser zeitnah dermatologisch abgeklärt werden. Nach der Diagnosesicherung erfolgt die weitere Therapie abhängig vom individuellen Befund.
Das Zentrum für Dermatochirurgie der Havelklinik ist auf die operative Behandlung von Hauttumoren spezialisiert. Neben malignen Melanomen werden dort unter anderem Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome behandelt.
Woran erkenne ich das Maligne Melanom?
Zur Früherkennung von Melanomen hat sich die sogenannte ABCDE-Regel bewährt, bei der Sie selbst ihre Leberflecke auf folgende Aspekte hin untersuchen können:
ASYMMETRIE
Sind die Flecken auf der Haut asymmetrisch?
BEGRENZUNG DER FLECKEN
Wie sind ihre Ränder begrenzt– fransen sie beispielsweise aus oder finden sich bogenförmige Ausläufer?
COLOUR/ FARBE
Hat ein Fleck unterschiedliche Farben?
DURCHMESSER
Der Durchmesser sollte 5mm nicht überschreiten – was ungefähr dem stumpfen Ende eines Bleistifts entspricht.
ENTWICKLUNG
Beobachten Sie die Entwicklung jedes Leberflecks: Wächst der Fleck schnell? Hebt er sich von der Haut ab?
Sollten zwei oder mehr dieser Fragen positiv beantwortet werden, sollte der Fleck unbedingt einem Dermatologen vorgestellt werden.
Wann ist eine Operation erforderlich?
Ist die Diagnose eines malignen Melanoms gesichert, ist die operative Entfernung des Tumors ein zentraler Bestandteil der Behandlung. Dabei wird nicht nur das sichtbare Melanom entfernt. Abhängig von Tumordicke, Lokalisation und weiteren histologischen Merkmalen kann eine Nachexzision mit einem definierten Sicherheitsabstand erforderlich sein.
Für die weitere Therapieplanung ist insbesondere der histologische Befund entscheidend. Er enthält unter anderem Angaben zur Tumordicke nach Breslow und zu weiteren Merkmalen des Tumors. Diese Informationen helfen dabei, das Tumorstadium einzuschätzen und die weiteren Behandlungsschritte festzulegen.
Therapie des schwarzen Hautkrebses
Handelt es sich um ein dünneres Melanom mit einer Dicke von weniger als 1 mm, so reicht es in der Regel aus, dieses mit einem Sicherheitsabstand von 1 cm nachzuschneiden. Hierzu entfernt Ihr Arzt ein Stück gesunder Haut in der Umgebung des Melanoms. So kann sichergestellt werden, dass sich in der unmittelbaren Umgebung des Melanoms keine weiteren Tumorzellen mehr befinden, die sich später vermehren könnten.
Überschreitet das Melanom die Tumordicke von 1 mm, ist außerdem die Entfernung eines sogenannten Wächterlymphknotens notwendig. Beim Wächterlymphknoten handelt es sich um den ersten von einer Gruppe lokaler und miteinander verschalteter Lymphknoten. Falls sich bei einem Melanom einzelne Zellen vom Tumor lösen, können diese über die Lymphwege in den Wächterlymphknoten transportiert werden und werden dort wie in einem Sieb aufgefangen. Mit der Operation entfernt man diesen Wächterlymphknoten und kann anschließend mikroskopisch untersuchen. Finden sich Zellen des Melanoms in diesem Lymphknoten, werden in der Regel weitere Lymphknoten entfernt, um eine Streuung des Melanoms aufzuhalten.
Nach der operativen Therapie von schwarzem Hautkrebs ist in fortgeschrittenen Fällen eine weitere, medikamentöse Therapie sinnvoll. Hierzu werden wir Sie gerne individuell beraten.
Warum ist nach der ersten Entfernung eine Nachexzision notwendig?
Die erste Entfernung eines verdächtigen Hautbefundes dient häufig dazu, die Diagnose histologisch zu sichern. Wird dabei ein malignes Melanom festgestellt, kann anschließend eine zweite Operation, die sogenannte Nachexzision, notwendig sein.
Dabei wird zusätzlich gesund erscheinendes Gewebe um die ursprüngliche Operationsstelle entfernt. Der erforderliche Sicherheitsabstand richtet sich unter anderem nach der Tumordicke und den individuellen Befunden.
Welcher Sicherheitsabstand wird bei einem Melanom benötigt?
Der erforderliche Sicherheitsabstand ist abhängig von der Tumordicke nach Breslow und weiteren Faktoren. Er kann daher nicht für jedes Melanom pauschal mit einer bestimmten Zentimeterzahl angegeben werden.
Die aktuelle Therapieplanung orientiert sich am histologischen Befund und den geltenden medizinischen Leitlinien. Gerade deshalb ist der vollständige Histologiebefund für die weitere Operationsplanung besonders wichtig.
So planen wir Ihre Melanom-Operation
Für die Planung einer Operation sind die vorhandenen medizinischen Befunde besonders wichtig. Wenn bereits ein Melanom diagnostiziert wurde, sollten Patientinnen und Patienten den vorhandenen Histologiebefund und gegebenenfalls weitere Arztberichte zur Terminvereinbarung mitbringen.
Besonders relevant sind Angaben zur Tumordicke nach Breslow, zur Ulzeration und zum bereits erfolgten Eingriff. Je nach Tumorstadium können weitere Untersuchungen erforderlich sein.
Die vorhandenen Befunde ermöglichen es dem ärztlichen Team, den individuellen Behandlungsbedarf einzuschätzen und das weitere operative Vorgehen zu planen.
Welche Befunde benötigt die Klinik?
Für die Vorstellung in der Havelklinik sind insbesondere bereits vorhandene histologische Befunde und Arztberichte hilfreich. Bei einem bereits diagnostizierten Melanom sollte aus dem Befund möglichst die Tumordicke nach Breslow und weitere relevante histologische Angaben hervorgehen.
Welche zusätzlichen Untersuchungen notwendig sind, hängt vom individuellen Befund und Tumorstadium ab.
Kann ich direkt einen Operationstermin vereinbaren?
Bei einem bereits diagnostizierten malignen Melanom sollte zunächst der vorhandene Befund geprüft und das weitere Vorgehen ärztlich abgestimmt werden. Deshalb sollte die Terminvereinbarung mit den vorhandenen Unterlagen erfolgen.
Ein konkreter Operationstermin wird anschließend abhängig vom Befund und vom erforderlichen Eingriff geplant.
Wächterlymphknoten-Biopsie bei einem Melanom
Bei bestimmten Melanomen kann zusätzlich zur Entfernung des Hauttumors eine sogenannte Wächterlymphknoten-Biopsie erforderlich sein. Der Wächterlymphknoten ist der erste Lymphknoten im Abflussgebiet des Tumors.
Vor dem Eingriff wird der Lymphabfluss des betroffenen Hautbereichs dargestellt und der Wächterlymphknoten lokalisiert. Dieser wird anschließend entnommen und histologisch untersucht. So lässt sich feststellen, ob sich bereits Tumorzellen in den regionalen Lymphknoten nachweisen lassen.
Ob eine Wächterlymphknoten-Biopsie sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Tumordicke nach Breslow und weiteren Risikomerkmalen ab. Sie ist daher nicht bei jedem Melanom automatisch erforderlich.
Weitere Behandlung nach der Operation
Die operative Entfernung ist insbesondere bei lokalisierten Melanomen ein zentraler Bestandteil der Behandlung. Bei fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs können darüber hinaus weitere Therapien erforderlich sein.
Welche Behandlung nach der Operation sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Tumorstadium und davon ab, ob Lymphknoten oder andere Organe betroffen sind. Je nach Situation können medikamentöse Therapien zum Einsatz kommen.
In der Havelklinik wird die weitere Behandlung abhängig vom individuellen Befund geplant und bei Bedarf mit den zuständigen Fachdisziplinen abgestimmt.
Nachsorge
Für alle Patienten mit Melanom ist eine Nachsorge – zunächst in 3- bis 6-monatigen Abständen – sehr wichtig, da so mögliche Folgeerscheinungen frühzeitig erkannt werden können. Sie erhalten von uns einen Nachsorgepass, indem Ihre Nachsorgeuntersuchungen individuell dokumentiert werden.
Mindestens genauso wichtig ist es, in regelmäßigen Abständen alle schon vorhandenen Leberflecken zu überprüfen, da bei manchen Patienten ein weiteres, sogenanntes Zweitmelanom entstehen kann. Je früher diese Zweitmelanome erkannt und beseitigt werden, desto besser ist die Prognose.
Termin mit vorhandenem Befund vereinbaren
Sie haben bereits einen histologischen Befund mit der Diagnose eines malignen Melanoms erhalten? Für die weitere Behandlung in der Havelklinik ist es sinnvoll, den vorhandenen Befund und weitere medizinische Unterlagen zum Termin mitzubringen.
Die Hautambulanz der Havelklinik ist auf die operative Behandlung krankhafter Hautveränderungen spezialisiert. Eine allgemeine dermatologische Sprechstunde und Hautkrebsscreenings werden dort nicht angeboten. Für diese Untersuchungen wenden Sie sich bitte an eine niedergelassene Fachärztin oder einen niedergelassenen Facharzt für Dermatologie.
Vereinbaren Sie einen Termin
Termin Hautambulanz:
T (030) 36206-390
hautambulanz@havelklinik.de
Häufige Fragen zur Melanombehandlung
-
Wo kann ich ein Melanom in Berlin behandeln lassen?
Ein malignes Melanom sollte in einer Einrichtung behandelt werden, die über Erfahrung in der operativen Behandlung von Hauttumoren verfügt. Das Zentrum für Dermatochirurgie der Havelklinik in Berlin-Spandau behandelt unter anderem maligne Melanome und weitere Hauttumoren.
-
Wie schnell muss ein malignes Melanom behandelt werden?
Ein diagnostiziertes malignes Melanom sollte zeitnah weiterbehandelt werden. Wie schnell die Operation erfolgen sollte, hängt unter anderem vom individuellen Befund, der Tumordicke und dem Tumorstadium ab.
-
Welche Befunde benötigt die Klinik?
Für die weitere Behandlungsplanung sind insbesondere der histologische Befund des Melanoms sowie vorhandene Arztberichte wichtig. Angaben zur Tumordicke nach Breslow und zu weiteren histologischen Merkmalen sind für die Therapieplanung von besonderer Bedeutung.
-
Wie wird ein Melanom operiert?
Bei der Operation wird das Melanom mit einem dem Befund entsprechenden Sicherheitsabstand entfernt. Abhängig vom Tumorstadium und weiteren Risikomerkmalen kann zusätzlich eine Wächterlymphknoten-Biopsie erforderlich sein.
-
Warum ist nach der ersten Entfernung eine Nachexzision notwendig?
Die erste Entfernung kann der Diagnosesicherung dienen. Wird dabei ein malignes Melanom festgestellt, kann eine weitere Operation notwendig sein, bei der zusätzlich Gewebe um die ursprüngliche Operationsstelle entfernt wird. Der erforderliche Sicherheitsabstand richtet sich nach dem individuellen Befund.
-
Erfolgt die Operation ambulant oder stationär?
Ob eine Melanom-Operation ambulant oder stationär durchgeführt wird, hängt vom Umfang des Eingriffs, der Lokalisation des Tumors und den erforderlichen weiteren Maßnahmen ab. Das konkrete Vorgehen wird anhand des individuellen Befundes geplant.
-
Wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt?
Die Dauer des Aufenthalts lässt sich nicht pauschal angeben. Sie hängt unter anderem davon ab, welcher operative Eingriff erforderlich ist und ob beispielsweise zusätzlich eine Wächterlymphknoten-Biopsie durchgeführt wird.
-
Benötige ich eine Überweisung oder Einweisung?
Diese Information sollte vor Veröffentlichung intern mit der Hautambulanz abgestimmt werden. Auf der bestehenden Seite wird aktuell lediglich auf die Terminvereinbarung der Hautambulanz verwiesen. Eine allgemeingültige Aussage zu Überweisung oder Einweisung lässt sich aus den vorhandenen Seiteninhalten nicht ableiten.
Für uns stehen unsere Patienten im Mittelpunkt
Umso wichtiger sind uns die Zufriedenheit und die guten Erfahrungen, die unsere Patienten in der Havelklinik machen. Wir sind stolz darauf, dass 93%* unserer Patienten die Havelklinik weiterempfehlen.
*Stand: August 2021, www.klinikbewertungen.de



